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Foto: TSG Hoffenheim

Was ist drin,
TSG Hoffenheim?

Die TSG Hoffenheim verpasste auf Platz vier knapp den Einzug in den Europapokal. Wie ein TSG-Leben ohne Cerci aussehen kann, ein internationales Toptalent und ein Trikot als Hingucker – darüber habe ich mit dem Freien Journalisten Michael Rappe (@michaelrappe3562) gesprochen.

Kommen und Gehen

Abgänge:    
Juliane Schmid (Tor, Potsdam), Sophie Lindner (Tor, RB Leipzig), Jill Janssens (Verteidigung, Union Berlin), Jamilla Rankin (Verteidigung, Eintracht Frankfurt), Dominika Grabowska (Mittelfeld, Legia Ladies), Napsugár Sinka (Mittelfeld, Jena), Selina Cerci (Angriff, FC Arsenal), 

Zugänge:
Romy Bräutigam (Tor, Hoffenheim II), Lisa Lichtfus (Tor, Le Havre AC), Svenja Vöhringer (Verteidigung, Hoffenheim II), Ilse Kemper (Verteidigung, PEC Zwolle), Jonna van de Velde (Verteidigung, Ajax Amsterdam), Laia Martret (Mittelfeld, FC Barcelona B), Milena Röder (Mittelfeld, Hoffenheim II), Svenja Fölmli (Angriff, Freiburg), Martine Fenger (Angriff, FC Barcelona B)

Vielversprechendste Verstärkungen?

Michael: Für mich wird es Mittelstürmerin Svenja Fölmli vom SC Freiburg sein. Celina Cerci kann sie sicherlich nicht ersetzen, aber sie weiß, wo das Tor steht. Und dann natürlich die beiden Spielerinnen von Barcelona II: Martine Fenger aus Norwegen, die als eines der größten europäischen Talente gilt, und Laia Martret. Beide haben die Schule des FC Barcelona durchlaufen, die ja viel gepriesen und gelobt wird.

Empor: Bei Fenger muss ich ehrlich sagen, dass ich es beeindruckend finde, dass Hoffenheim den Zuschlag für die 19-Jährige erhalten hat. Wer in diesem Alter bereits zwölf Erstligaspiele für Barcelona absolviert hat und für die Champions League gemeldet wird – das heißt schon etwas!  Nach allem, was man liest, soll sie bei Barcelona jedoch keine Perspektive auf regelmäßige Einsatzzeiten gehabt haben. Für Hoffenheim ist sie auf dem Papier definitiv ein Gewinn.

Michael: Nach allem, was ich weiß, hatte die TSG viel Arbeit damit, sich gegen etliche andere Interessenten durchzusetzen. In den Testspielen hat sich Fenger bislang noch nicht besonders hervorgetan. Aber sie spielt in einem fremden Land und bei einem neuen Verein – das braucht am Anfang etwas Zeit.

Empor: Ich möchte ebenfalls Jonna van der Velde nennen. Sie war bei Ajax absolute Stammspielerin in der Defensive und wurde im Verein zur Spielerin des Jahres gewählt. Aus den Niederlanden habe ich gehört, dass sie eine sehr smarte und spielintelligente Spielerin sein soll. Ich bin mir nur noch nicht sicher, welche Position sie letztendlich in Hoffenheim einnehmen wird. Sie soll sowohl auf der Außen- als auch auf der Innenverteidigerposition spielen können, aber auch im defensiven Mittelfeld. In den Testspielen kam sie als Innenverteidigerin bislang zum Einsatz.

Wie finden wir den Kader?

Empor: Der Qualitätsverlust durch die Abgänge von Cerci und Jill Janssens ist nicht wegzudiskutieren. Ich sehe vor allem die Außenverteidigerpositionen als offen an. Janssens war in der vergangenen Saison auf der rechten Seite mit ihrer Schnelligkeit eine Wucht, während Jamilla Rankin ebenfalls häufig spielte.  Damit sind zwei vakante Positionen entstanden.

Michael: Eine Spielerin wie Janssens mit ihrem Tempo findet man nicht oft. In der Innenverteidigung sind bereits etliche Spielerinnen vorhanden – darunter Lisa Doorn, Wiëlle Douma sowie Vanessa Diehm, die auch als Sechserin spielen kann. Und eventuell auch van de Velde. Auf der linken Seite könnte Lisann Kaut spielen, die länger verletzt war, in den Testspielen bislang aber immer zum Einsatz gekommen ist. Eva-Maria Virsinger hat gesagt, dass sie bei der Kaderplanung extrem auf Flexibilität geachtet hat. Ilse Kemper kann, glaube ich, auch mehrere Positionen in der Abwehr spielen, in erster Linie ist sie Außenverteidigerin.

Empor: Trotzdem sehe ich die defensiven Außenbahnen etwas dünn besetzt. Ich habe gelesen, dass van der Velde vor allem Stärken in der Spieleröffnung haben soll. In der vergangenen Saison lag diese Aufgabe fast ausschließlich bei Diehm, was Hoffenheim sehr ausrechenbar gemacht hat. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass van der Velde durchaus auch eine zentrale Rolle einnehmen könnte – egal, ob nun vor der Abwehr oder in einer Zwei- oder Dreierkette. Sie bringt auf jeden Fall die gewünschte Flexibilität mit.

Michael: Grundsätzlich strahlt Diehm eine enorme Sicherheit aus und hatte in der Vorsaison eine unfassbare Passquote. Allerdings ist auch viel zurück zur Torhüterin und nach außen gespielt worden. Gegen tiefstehende Gegner hatte Hoffenheim riesige Probleme – gerade in Heimspielen. Die letzte Rettung war häufig der Pass zu Cerci. Ich glaube, Virsinger hat nun darauf geachtet, mehr dribbelstarke Spielerinnen im Kader zu haben, die auch einmal eine Gegenspielerin ausspielen können.

Empor: Laura Gloning könnte eine solche Spielerin sein. Von ihrem ersten Jahr in Hoffenheim hatten sich viele allerdings mehr versprochen. Falls van der Velde zentral zum Einsatz kommt, könnte sich Gloning dann auf der rechten defensiven Außenbahn festspielen? Denn da sehe ich tatsächlich eine Lücke im Kader.

Michael: Sie ist sehr laufstark, aber bislang habe ich von ihr oft keinen entscheidenden Input auf das Spiel der Mannschaft gesehen. In der Rückrunde ist sie etwas schwächer geworden. Ich glaube, dass sie es schwer haben wird, sich einen Stammplatz zu erkämpfen

Empor: Eine Spielerin, der ich einen enormen Schritt nach vorn zutraue, ist Janna Grimm. Zum Ende der Rückrunde hat sie mir mit ihrem Offensivdrang und ihrer spielerischen Anlage gut gefallen.

Michael: Sie war in den bisherigen Testspielen eine der besten Spielerinnen. In einer Partie erzielte sie zwei Tore, in zwei anderen je eines. Zudem verfügt sie über einen guten Schuss, den sie aus der zweiten Reihe allerdings noch zu selten einsetzt. Wenn sie gesund bleibt, kann sie definitiv positiv auf sich aufmerksam machen.

Empor: Ich kann mir vorstellen, dass Grimm eine der Entdeckungen der Saison werden kann.

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Mögliche Startelf

Redebedarf ... eine Offensive ohne Cerci?

Empor: Um es noch einmal vor Augen zu führen: Mit Cerci haben 25 Torbeteiligungen – 16 Tore und neun Vorlagen – von insgesamt 48 Saisontoren der TSG den Klub verlassen. Mit Kössler kommen noch einmal vier Tore und vier Assists hinzu. Klar ist, dass das Spiel der TSG stark auf Cerci konzentriert war und nun anders aussehen wird. Trotzdem ist es eine Herausforderung, diese fehlende Torquote zu ersetzen – zumal das Offensivspiel der TSG in vielen Spielen der Rückrunde ohnehin etwas stagnierte. Wie sieht der TSG-Angriff aus?

Michael: Es braucht jemanden, der die Tore schießt. Und wenn sich keine Spielerin findet, die zehn oder mehr Treffer erzielt, wird es schwierig. Fölmli traue ich das als Erste zu. Sie wird, denke ich, auf jeden Fall sofort Stammspielerin sein. Marie Steiner ist mit ihrem Laufpensum, ihrer Dribbelstärke und einfach deshalb, weil sie diese verrückten Sachen macht, eine Bereicherung. Sie zieht auch einfach mal drauf – und trifft dabei öfter ins Netz. Allerdings braucht sie Platz und kann sich nicht immer im Zweikampf durchsetzen. Ohne Jill Janssens fehlt auf jeden Fall die Gefahr über den rechten Flügel. Ich weiß nicht, ob Martret das auf hohem Niveau sofort spielen kann. Als Spiellenkerin sehe ich – wenn sie so drauf ist wie zu Beginn der Saison 2025/26 – auf jeden Fall offensiv Valesca Ampoorter.

Empor: Ich könnte mir auch einen Doppelsturm aus Fenger und Fölmli vorstellen. Fölmli könnte durchaus als Spielerin für den letzten Pass agieren, während Fenger im Strafraum die Vollstreckerin gibt. Zumindest wurde sie von Virsinger bei ihrer Vorstellung so angepriesen – ich selbst habe sie allerdings noch nicht live gesehen. Mit 1,78 Metern bringt sie jedoch eine gewisse Präsenz mit.

Michael: Nicht vergessen sollte man Linda Netter, die fast nur verletzt war und nun in den Testspielen ganz gut auf sich aufmerksam gemacht hat. Sie zieht auch einmal mit dem Ball los, und ihr Schuss ist nicht schlecht. Natter ist eher eine reine Mittelstürmerin. Auch ihr traue ich einiges zu.

Was ist drin?

Lara: Ich glaube, dass eine Platzierung zwischen Rang drei und fünf wieder möglich ist. Mit Union Berlin kommt wahrscheinlich ein Konkurrent um diese Plätze mit dazu.

Empor: Ich sehe Hoffenheim tatsächlich etwas hinter der Vorsaison, weil andere Teams in puncto Kaderstärke vorbeigezogen sind. In meiner Tabelle habe ich die TSG diesmal auf Rang sieben.

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Wie finden wir das Trikot?

Empor: Ich bin immer ein Fan davon, wenn die Ärmelbündchen als Designelement einen zusätzlichen Farbstreifen haben. Auch den Kragen finde ich gut gestaltet. Das sind zwei Hingucker, die das Trikot definitiv aufwerten. In meiner Erinnerung war das Heimtrikot in der Vergangenheit oft einfach nur blau. Dass es nun weiße Schultern gibt, gefällt mir sehr gut.

Michael: Ich schaue mir Trikots nie so genau an, aber diese Abgrenzung zwischen Blau und Weiß gefällt mir auch sehr gut.

Empor: Der blaue Stoff über Brust und Bauch hat zudem ein sogenanntes Jacquard-Muster (der Fachbegriff, habe ich herausgefunden). Bedeutet: Es sind Ton-in-Ton-Symbole als Designelement eingewebt. Finde ich immer cool. Das gilt übrigens auch für das weiße Auswärtstrikot, das auf den ersten Blick etwas langweilig daherkommt, bei genauerem Hinsehen aber ebenfalls ein leicht verwaschen wirkendes Jacquard-Muster hat. Zusammen mit den Bündchenstreifen und dem Kragen – ansprechend.

Lara: Das Auswärtstrikot finde ich auch schöner. Aber mit dem Heimtrikot bin ich ebenfalls absolut fein.

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