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Ein verheerendes Zeichen an die Bayern-Frauen

  • 29. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Feb.

Sportlich läuft es für die Frauen von Bayern München in dieser Spielzeit beeindruckend gut. Umso irritierender sind die Aussagen der Vereinsführung. Bremst die Cheftetage ihre Frauenabteilung aus?


  Foto: Shutterstock/Vitalii Vitleo
Foto: Shutterstock/Vitalii Vitleo

Die Dominanz ist national erdrückend: Von elf Ligaspielen haben die Bayern‑Frauen zehn gewonnen, acht davon mit drei oder mehr Toren Vorsprung. Ebenso hoch ist die Leistung in der Champions League einzuordnen: Selbst das 1:7‑Schockergebnis zum Auftakt gegen den FC Barcelona ist fast vergessen. Im Trainerteam um José Barcala und Büro von Sportdirektorin Bianca Rech darf man sich entsprechend zufrieden auf die Schulter klopfen.


Anerkennende Worte dürfte es auch von der Chefetage geben. Mehr anscheinend aber nicht. Bayerns Vorstandsvorsitzender Jan‑Christian Dreesen offenbarte auf der Mitgliederversammlung am 2. November jedenfalls eine eindeutige Haltung zur Frauenabteilung. Verkürzt lautete seine Botschaft: Erst wenn die Einnahmen der Frauenabteilung steigen, wird auch der Etat erhöht – vorher nicht. Wirtschaftlich ist diese Ansicht sicherlich vertretbar. Sportlich hingegen wirkt sie ambitionslos mit Blick auf künftige Ziele.


Mehr Einnahmen? Schwierig für die Frauen bei Bayern München


Problematisch ist Dreesens Rechnung vor allem deshalb, weil die Bayern‑Frauen derzeit nur begrenzte Möglichkeiten haben, ihre Einnahmen signifikant zu steigern. Die Kapazität bei den Heimspielen am Bayern Campus ist auf 2.500 Plätze begrenzt und zumeist bereits ausgelastet. Der angedachte Kauf des Sportparks Unterhaching könnte Abhilfe schaffen – allerdings erst perspektivisch und nicht zwingend in den kommenden zwei Jahren.


Derzeit soll die Frauenabteilung zwischen fünf und sieben Millionen Euro jährlich kosten. Das ist gewiss viel Geld. Gemessen am Rekordumsatz der Bayern AG von 978 Millionen Euro, Gehaltsausgaben von rund 400 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss von 27 Millionen Euro im Spieljahr 2024/25 relativiert sich jedoch dieser Betrag. Platt ausgedrückt: Geld wäre beim FC Bayern vorhanden – allerdings nicht für die Frauen. So lässt sich Dreesens Aussage interpretieren.


Bayern-Vorstand verpasst Signal an die Frauenabteilung


Der Frauenfußball ist aktuell ein Zuschussgeschäft für die Vereine. Auch für Bayern München. Insgesamt steigt jedoch die Professionalität und damit bestenfalls zeitnahe die Wirtschaftlichkeit der Vereine. Zusätzliche Investitionen würden diesen Prozess beschleunigen. Es geht nicht zwingend um riesige Summen, zwei Millionen pro Jahr bewirken bereits viel in einer Frauenabteilung.


Für den FC Bayern wäre es ein Leichtes gewesen, ein solches Signal zu senden. Zum einen, da aktuell viel im Frauenfußball in Bewegung ist; zum anderen aufgrund der Erfolge des eigenen Teams. Doch dazu ist der Vorstand offenbar nicht bereit. Dabei sagte Dreesen bei der Versammlung im Kontext der Männer: "Wir wollen maximalen Erfolg, nicht den maximalen Gewinn."


Verheerend sind Dreesens Worte vor allem für das Ansehen der Frauenabteilung nach innen wie nach außen. Immerhin läuft bei einem Großteil des Kaders im Sommer der Vertrag aus. Ob eine Schlüsselspielerin wie Georgia Stanway bei einem Verein verlängert, der offenbar kein Interesse hat, sein Investment in den Frauenfußball auszuweiten, darf bezweifelt werden.


Für ausländische Topspielerinnen macht das einen Wechsel zum FC Bayern ebenfalls nicht verlockender. Selbst Klara Bühl ist international begehrt und soll Medienberichten zufolge über eine Ausstiegsklausel verfügen. Bei ihr könnte sich ein Szenario abzeichnen, das für das Selbstverständnis des Vereins eigentlich undenkbar ist: Bayern München ist als Fußballadresse zu klein geworden.


National wird sich Bayerns Status nicht verändern. Für internationale Ansprüche jedoch läuft der Verein mit diesem Ansatz Gefahr, den Anschluss zu verlieren – eine Entwicklung, die zum Teil hausgemacht wäre.

 
 
 

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