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Einsatz-Check: Wie stark setzen die Klubs auf ihre Neuzugänge?

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Acht Spieltage der Frauen-Bundesliga sind gespielt: Welche Klubs setzen besonders stark auf ihre Sommerverstärkungen? Der Neuzugangs-Einsatzindex zeigt, wo neue Spielerinnen bereits tragende Rolle übernehmen – und wo (noch) nicht. Der Vergleich zwischen den Bundesligisten.


Foto: Markus Verwimp
Foto: Markus Verwimp

Die Saison ist inzwischen acht Spieltage alt und wir haben nun eine Ahnung davon, wie die Klubs in dieser Saison sportlich einzuordnen sind. Was sich ebenfalls beurteilen lässt: Wie stark setzen die Vereine auf ihre Neuzugänge?


Dazu habe ich mir Gedanken gemacht und folgende Formel überlegt. Ich nenne sie mal etwas sperrig „Neuzugangs-Einsatzindex“. Die Rechnung dahinter:



Was dabei als Ergebnis herauskommt? Die Einsatzminuten, die die Sommerzugänge bei den Vereinen bislang durchschnittlich erhalten haben. Je höher der Wert, desto mehr Spielzeit haben die Spielerinnen in ihren neuen Vereinen bekommen. Beispiel:


  • 75: Die Neuzugänge kommen im Durchschnitt auf drei Viertel der möglichen Spielzeit.

  • 50: Die Neuzugänge kommen im Durchschnitt auf die Hälfte der möglichen Spielzeit.


Das Ganze ist grundsätzlich eine quantitative Erhebung, keine qualitative. Es lassen sich aber allerhand Rückschlüsse daraus ziehen.


Bei welchen Klubs erhalten die neuen Spielerinnen auf Anhieb einen beträchtlichen Teil der Spielzeit? Wo sind die arrivierten Kräfte vorerst weiterhin die Stammkräfte – und die Neuzugänge noch nicht der große Faktor? Und: Wo bleiben Verstärkungen mit Blick auf ihre bisherigen Einsatzzeiten aktuell noch etwas hinter den Erwartungen zurück?


Das Ergebnis:



Zu berücksichtigen sind folgende Einflussfaktoren:


  • Torhüterinnen als Zugänge sind ausgeschlossen. Denn eine neue Torhüterin – zum Beispiel Kinga Szemik beim Hamburger SV – spielt zumeist durchgehend und treibt den Index für den HSV im Gegensatz zu anderen Vereinen unverhältnismäßig nach oben. Um die Werte vergleichbarer zu machen, zählen neue Torhüterinnen daher nicht.

  • Es sind nur externe Verstärkungen berücksichtigt worden – also keine Spielerinnen, die aus dem zweiten Team hochgezogen wurden. Ebenfalls ausgeschlossen sind Spielerinnen wie Rafaela Borggräfe, die zwar von Bayer Leverkusen als Leihspielerin verpflichtet wurde, aber bereits im Vorjahr für den Klub gespielt hat. Pauline Bartz beim HSV ist ein weiteres Beispiel.

  • Verletzte Spielerinnen, die bereits vor Saisonstart als Langzeitausfälle galten und bislang keine Einsatzminuten sammeln konnten, sind aus Fairnessgründen ebenfalls ausgeschlossen. Dazu zählen beispielsweise Giovanna Hofmann (VfL Wolfsburg), Laureta Elmazi (1. FC Köln) und Sylwia Matysik (Hamburger SV).


Die Auswertung: Stuttgart auf die eins


Der Index hängt auch davon ab, mit welchen Zielen die Neuverpflichtungen geholt wurden. Der FC Bayern hat beispielsweise ausnahmslos Perspektivspielerinnen verpflichtet, die naturgemäß nicht die Spielzeit einer Stammkraft erhalten. Sophie Proost kommt mit 334 auf die meisten Einsatzminuten der neuen Spielerinnen in München. Andere Klubs mussten hingegen deutliche Kaderlücken durch Abgänge ausgleichen. Bei diesen Vereinen ist der Blick daher interessant, ob die neuen Spielerinnen ihre angedachten Rollen bereits mit entsprechenden Einsatzzeiten ausfüllen – oder sich noch nicht vollends durchgesetzt haben.


Der VfB Stuttgart steht als Aufsteiger mit einem Index von 60,9 ganz oben. Bedeutet: In Stuttgart haben die Sommerzugänge direkt mehr Spielzeit erhalten als bei den anderen Vereinen. Spielerinnen wie Greta Stegemann (674 von maximal 720 möglichen Minuten), Adriana Achinszka (670 Minuten) und Chantal Hagel (611 Minuten) standen in allen acht Partien in der Startelf. Stuttgart hat bei Transfers bewusst auf Erfahrung gesetzt, die nun auch regelmäßig zum Einsatz kommt. Bemerkenswert sind hingegen die bislang 690 Spielminuten der 18-jährigen Luzie Zähringer, einer Leihgabe des FC Bayern München, die sich auf Anhieb in der Innenverteidigung festgespielt hat. Das dürfte von den Verantwortlichen in München erfreut verfolgen.


Ebenfalls einen hohen Index erreicht die TSG Hoffenheim. Flügelspielerin Laia Martret ragt mit 668 Minuten heraus, Jonna van de Velden (633 Minuten) und Svenja Fölmi (619 Minuten) folgen. Sie alle sind feste Kräfte in der Stammelf. Allerdings verließen mit Jamilla Rankin, Jill Janssens und Selina Cerci drei Stammkräfte den Verein, die ersetzt werden mussten. Der 1. FC Nürnberg hat wiederum mit Alexandra Lobanova (601 Minuten) und Marie Bleil (696 Minuten) zwei Spielerinnen gefunden, die sich beständig einen Platz in der Defensive erarbeitet haben.


Werder Bremen setzt in der Breite auf viele neue Spielerinnen


Eine besondere Erwähnung widme ich Werder Bremen. Elf neue Feldspielerinnen kamen im Sommer, neun von ihnen erhalten regelmäßig Spielzeit. Bremen hat zwar viele Abgänge verkraften müssen, in Summe aber nun durch die neuen Spielerinnen deutlich mehr Optionen im Kader. Dass bei der Fülle an Neuzugängen die Spielzeiten nicht überall hohe Werte erreichen, ist nachvollziehbar. Daher ist der Indexwert von 50,17 bemerkenswert. Insbesondere, wenn man die gute sportliche Bilanz berücksichtigt. Luna Vanzeir (636 Minuten), Wiktoria Zieniewicz (572 Minuten), Isabella Jaron (524 Minuten), Mei Shimada (513 Minuten) und Elena Dhont (475 Minuten) spielen nicht nur häufig, sie bereichern das Team auch mit ihren Qualitäten. Ein Chapeau an die Kaderplanung des SV Werder.


Für Aufsehen sorgte Union Berlin im Sommer mit seinen Neuverpflichtungen. Allerdings nehmen Spielerinnen wie Lisanne Gräwe (351 Minuten), Jella Veit (315 Minuten) und Leela Egli (330 Minuten) bislang noch nicht die Rollen ein, die viele ihnen mit dem Wechsel nach Berlin zugetraut haben. Zuletzt kamen sie nur als Einwechselspielerinnen auf den Platz. Das zieht den Index etwas nach unten.


Bei Eintracht Frankfurt sind die Spielzeiten noch überschaubar


Kommen wir ans untere Ende des Rankings. Eintracht Frankfurt erlebte im Sommer einen großen Umbruch mit etlichen Abgängen von Leistungsträgerinnen. Die Neuen füllen diese Lücke allerdings nach acht Spieltagen nur bedingt mit Spielzeit aus. Larissa Mühlhaus (356 Minuten) fehlte durch einen Infekt an drei Spieltagen, Hanna Bennison (495 Minuten) hat sich erst in den vergangenen Wochen im Mittelfeld festgespielt und Jamilla Rankin (111 Minuten) kam bislang nicht zum Zug. Paulina Krumbiegel (342 Minuten) stand zweimal ohne Einsatz im Kader. Bedeutet: Trotz der vielen Abgänge tragen bislang die etablierten Spielerinnen einen Großteil der Einsatzzeit – unter anderem bekommen Flügelspielerin Hayley Raso (356 Minuten) und Dilara Acikgöz (508 Minuten) mehr Spielzeit als in der Vorsaison.


Die sportliche Ausbeute stimmt jedoch bei der Eintracht, dank Laura Freigang. Der Input ist der Neuen ist aber ausbaufähig. Mühlhaus kommt bislang auf ein Tor und eine Vorlage. Dafür kommt Dani Tolhoek bereits auf drei Tore in 205 Minuten. Bislang kommt die Niederländerin zumeist von der Bank. Wobei natürlich für Frankfurt eine gewisse Rotation durch die zusätzliche Belastung des Europacups berücksichtigt werden muss.


Köln ist durch Verletzungen arg getroffen


Ein Sonderfall ist der 1. FC Köln, der durch Verletzungen um einen deutlich besseren Index gebracht wird. Sophie Nachtigall spielte in den ersten sechs Spielen (469 Minuten) eine große Rolle, fällt seitdem aber aufgrund einer Fußverletzung aus. Sædís Rún Heiðarsdóttir (65 Minuten) und Kathrin Henrichs (107 Minuten) hätten ohne Verletzung sicherlich auch mehr Einsatzzeiten erhalten: Henrichs ist gerade zurück im Team, Heiðarsdóttir fehlt mit einer Fußverletzung weiterhin. Sind diese Spielerinnen wieder fit, ist den Sommertransfers in Köln eine Stammrolle zuzutrauen.


Dass der VfL Wolfsburg Schlusslicht in dieser Bilanz ist, hat mehrere Gründe: Stürmerin Cecilie Floe (17 Minuten) kam nach einer Verletzung erst am 8. Spieltag zu ihrem Ligadebüt; andererseits sitzen Julia Landenberger (5 Minuten), Lou Bogaert (98 Minuten) und Mara Alber (69 Minuten) zumeist nur auf der Bank. Bislang haben sich eher die arrivierten Kräfte durchgesetzt. Von den sieben Neuen haben aktuell nur Innenverteidigerin Lieske Carleer (386 Minuten) und Lara Prasnikar (505 Minuten) regelmäßig Spielzeit verzeichnet – wobei Prasnikar noch auf ihren ersten Treffer wartet. Katharina Pijic (231 Minuten) kommt nach einer Verletzung bislang auf sieben Einwechslungen in acht Spielen.


Die 10 Neuzugänge mit den meisten Spielminuten nach acht Partien:



 
 
 

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