top of page

Gesprächsthemen 17. Spieltag: Bayerns neue Torjägerin, Jenas Lebenszeichen, Leverkusens Torhüterinnen

  • 9. Feb.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Mai

Spieltag 17 der Bundesliga ist Geschichte. Jena startet verspätet in die Restsaison und verdankt Union Berlin drei überraschende Punkte. Bayern München erfreut sich über eine neue Torjägerin und bei Bayer Leverkusen stellt sich ungewollt die Torhüterinnenfrage.


Foto: Shutterstock / Vitalii Vitleo
Foto: Shutterstock / Vitalii Vitleo

Wann wir wohl wieder einen vollständigen Spieltag sehen? Erneut schlägt das Winterwetter zu und zwingt Werder Bremen zur Absage der Partie gegen den VfL Wolfsburg. Dafür ist erstmals Carl Zeiss Jena dieses Jahr im Einsatz – und holt auf Anhieb drei überraschende Punkte bei Union Berlin. Das bleibt von Spieltag 17 hängen.


FC Bayern München: Edna Imade macht sofort Eindruck


Starten wir mit einer Floskel aus dem Sportjournalismus: Das war ein Einstand nach Maß. Anders ist das Debüt von Edna Imade kaum zu beschreiben. In der 71. Minute kam die Stürmerin gegen Freiburg für Klara Bühl ins Spiel – vier Minuten später ließ sie sich bereits von ihren Mitspielerinnen für ihren Premierentreffer abklatschen. Imade bekam den Ball nach einem Abpraller vor die Füße, reagierte schneller als die Verteidigerin und versenkte wuchtig aus 16 Metern bei freier Schussbahn.



Bayern verpflichtete die 25‑Jährige im vergangenen Sommer vom FC Granada, bevor sie direkt an Real Sociedad verliehen wurde. In Spanien erzielte Imade in den vergangenen eineinhalb Jahren 24 Tore in 40 Spielen – und feierte zudem ihr Debüt im spanischen Nationalteam. Mit dem Wechsel von Lea Schüller zu Manchester United holte Bayern sie nun frühzeitig nach München.


Imade fällt vor allem durch ihre Physis und Athletik auf – als Spielerin, die durchsetzungsstark ist und viel Tempo mitbringt. Laut einer Analyse des Portals miasanrot.de überzeugte Imade in Spanien besonders als Zielspielerin für Konter. Inwiefern das ins Ballbesitz‑ und Kurzpassspiel der Bayern passt, wird sich zeigen – und sich womöglich noch entwickeln müssen. Miasanrot.de weist vor allem auf ihre technischen Schwächen hin. Mit ihrer Abschlussstärke kann sie dennoch ein Gewinn sein – das hat ihr erster Auftritt beim 4:1 gegen Freiburg gezeigt.


Carl Zeiss Jena: Dank Union Berlin wieder dran am Klassenverbleib


Die nächste Floskel aus dem Sportjournalismus: Berlin ist für Jena ein gutes Pflaster! Immerhin gewann Carl Zeiss Jena im November das DFB‑Pokal‑Achtelfinale bei Union Berlin mit 1:0 – damals der erste Saisonsieg. Nun trat Jena erneut in Berlin an und nahm dieses Mal einen 2:1‑Sieg mit auf die Rückreise.



Die Freude nach Spielschluss war bei den Jenaerinnen entsprechend riesig. Zur Wahrheit gehört allerdings: Union darf dieses Spiel eigentlich nie verlieren. Jena kam laut dem Statistikportal „fotmob“ lediglich auf elf Ballberührungen im Union‑Strafraum und 48 Pässe in der gegnerischen Hälfte. Spielerisch bleibt Jena weiterhin limitiert. Dass nach Kontern dennoch zwei Tore fielen, ist bemerkenswert.


Treffer Nummer eins erzielte Melina Reuter nach einem Ballverlust der Unionerinnen. Das 2:1 in der Nachspielzeit besorgte Olivia Alcaide, nachdem sich Amber Tysiak und Torhüterin Cara Bösl bei einem langen Ball nicht einig waren – und Alcaide ihren Fuß dazwischen bekam.


Jena verteidigte einerseits konsequent weg, was zu verteidigen war, und warf sich robust in jeden Zweikampf. Andererseits nutzte Union seine deutliche Überlegenheit nicht: 62 Prozent Ballbesitz, 22 Abschlüsse, neun Torschüsse und 29 Ballberührungen im gegnerischen Strafraum. Das einzige Tor fiel durch Lisa Heiseler per Freistoß, der an allen Spielerinnen vorbeisegelte. Die Ineffektivität und die schlechten Entscheidungen in Strafraumnähe sind bei Union altbekannt. Die zusätzlichen defensiven Aussetzer sind besorgniserregend. Wenn so etwas zum Dauerthema wird, wirft das durchaus Fragen auf.


Jenas Sieg war glücklich, keine Frage. Aber danach fragt am Ende der Saison niemand mehr. Carl Zeiss ist zurück im Kampf um den Klassenverbleib und rückt bis auf einen Punkt an einen Nichtabstiegsplatz heran.


Bayer Leverkusen: Pech für Repohl, Chance für Borggräfe


Auch für diesen Punkt gibt es eine passende, wenn auch bittere Floskel: Für Friederike Repohl ist es eine Seuchensaison. Die 31‑jährige Torhüterin verdrehte sich im Spiel gegen Eintracht Frankfurt das Knie, spielte nach einer Behandlung zunächst weiter, musste dann aber ausgewechselt werden. Bereits in der Hinrunde fiel Repohl mehrere Wochen mit einer Muskelverletzung am linken Oberschenkel aus. Ob nun eine weitere Auszeit ansteht, ist unklar. Leverkusen teilte bislang kein Update mit.



Durch die Auswechslung von Repohl kam Rafaela Borggräfe unverhofft früh zu ihrem Debüt für Leverkusen. Die Leihe der 25‑Jährigen aus Liverpool hatte in der vergangenen Woche einiges an Aufsehen erregt. Der englische Verband sperrte Borggräfe während der Hinrunde für sechs Spiele aufgrund einer „nicht genauer definierten rassistischen Aussage über Hautfarben“ gegenüber einer Mitspielerin. Weitere Details sind nicht bekannt. Borggräfe soll zu einem Bildungsprogramm der FA verpflichtet worden sein.


Was zudem hängen bleibt: Die Torhüterin äußerte sich selbst lange nicht, es fehlte daher an öffentlicher Reue. Erst mit dem Wechsel nach Leverkusen kam eine Stellungnahme mit einem Bedauern. Leverkusen erklärte den Fall nach Gesprächen mit Borggräfe intern für abgeschlossen. Ein Beigeschmack bleibt trotzdem. Einer jungen Sportlerin sollte allerdings ebenso die Chance gegeben werden, zu zeigen, dass sie es besser weiß – wenn sie es aufrichtig meint.


Sportlich hat sich der Transfer für Leverkusen indes sofort ausgezahlt. Interessant ist nun, wie es auf der Torhüterinnenposition weitergeht. Borggräfe, die zum Kreis der Nationalmannschaft gehört, dürfte sich kaum ausleihen lassen, um nur auf der Bank zu sitzen. Ihr geht es um Spielpraxis. Womöglich haben die Verantwortlichen in Leverkusen ihr bei der Verpflichtung zugesichert, dass es zwischen ihr und Repohl einen offenen Kampf um die Nummer eins gibt. Nun erhält Borggräfe ihre Chance möglicherweise kampflos. Die Qualität für einen sicheren Rückhalt besitzt sie aber allemal – auch wenn ihr Debüt gegen Frankfurt mit 0:1 verloren ging.


Was war sonst noch


Drei Elfmeter, zwei davon verwandelt – und am Ende ein 3:0‑Erfolg: Mit dieser Bilanz feierte Eva‑Maria Virsinger mit der TSG Hoffenheim beim 1. FC Nürnberg ihren ersten Sieg als Profitrainerin. Beim Hamburger SV erzielte Lotta Wrede ihr zweites Saisontor – erneut gegen RB Leipzig. Punkte gab es am Ende allerdings keine für den HSV. Offensiv zeigte der Aufsteiger zwar verbesserte Ansätze, war in der Summe aber dennoch mit 1:3 den Leipzigerinnen unterlegen. Da sich die SGS Essen ein 0:0 gegen den 1. FC Köln erkämpfte und nach Punkten mit dem HSV gleichzog, sind die Hamburgerinnen die kleinen Verlierer dieses Spieltags.



 
 
 

Kommentare


bottom of page